Friedrich, unser Held. Gleim und sein König

Ohne seinen König Friedrich ist der Halberstädter Dichter und Sammler Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719-1803) ebenso wenig vorstellbar wie ohne Freunde. Die enthusiastische Verehrung Friedrichs II. war neben dem Freundschaftskult, der Dichtung und dem Sammeln ein wesentliches Lebensmotiv Gleims. Mindestens dreimal ist er ihm von Angesicht begegnet und war fasziniert von seiner Ausstrahlung. Noch als Kind hatte Gleim am Beispiel seines Schwagers aus nächster Nähe erfahren, wie Friedrich, damals noch als Kronprinz, einem Untertanen gegenüber dem repressiven Staatsapparat zu seinem Recht verholfen hatte. Gleim verehrte und idolisierte Friedrich II. als Repräsentanten der Musen, der Vernunft, Weisheit, Gerechtigkeit, Humanität, mithin der Aufklärung sowie als Kriegsheld. Auch für Gleims literarisches Schaffen war die Gestalt Friedrichs II. von Bedeutung. Bis in das 20. Jahrhundert hinein beruhte der Ruhm des Halberstädter Dichters maßgeblich auf dessen patriotischen Dichtungen zum Siebenjährigen Krieg, die 1758 Lessing unter dem Titel „Preußische Kriegslieder“ mir der Verfasserangabe „von einem Grenadier“ herausgegeben hatte. In der Literatur wurden diese Kriegslieder als neue Bardendichtung gefeiert. Der Grenadier wurde zu Gleims alter ego.

Die Ausstellung trägt zu dem bundesweiten Ausstellungsprogramm zum 300. Geburtstag des Preußenkönigs Friedrich300 die Sicht Gleims als eines Exponenten des preußischen Patriotismus bei und beleuchtet damit zugleich eine wesentliche Facette des Dichtens und der Biografie Gleims.
Im Rahmen des Themenjahres Geselligkeiten des Museumsnetzwerks Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert stellt die Ausstellung Gleims Kriegslieder als Resultat einer gemeinschaftlichen Literaturproduktion eines literarischen Netzwerks dar. An der Entstehung der Dichtungen waren mit Zuarbeit, Redaktion, Vertonung und Edition Ewald Christian von Kleist, Ramler, Lessing und andere beteiligt. Hier wird deutlich, wie der preußische Patriotismus Identität und Zusammengehörigkeit stiftete und ein solches Zusammenwirken ermöglichte.

Ausstellungsdauer: 15. Januar – 21. April 2012
Veranstaltungsort: Das Gleimhaus, Domplatz 31, 38820 Halberstadt
Veranstaltungsart: Ausstellung
Öffnungszeiten: Di – Fr: 9 – 17 Uhr (Mai-Okt.), 9 – 16 Uhr (Nov. – Apr.), Sa / So: 10 – 16 Uhr (ganzjährig)
Information: Das Gleimhaus, Dr. Reimar Lacher
Telefon: 039 41 / 68 71-0
E-Mail: Gleimhaus@halberstadt.de
Link: www.gleimhaus.de